Coole Wintertour rund um "Mathilde"

Zum Start in unser Veranstaltungsjahr trafen wir uns am Sonntag (4.1.2026) am Osthang der Darmstädter Mathildenhöhe zu einem informativen Naturkunde-Spaziergang rund um das Ensemble. Endpunkt war die Rosenhöhe. Mit einer Gruppe von ca. 40 Personen "kuschelten" wir uns bei Temperaturen knapp über dem Nullpunkt und einem eisigen NO-Wind enger zusammen, als dies nach Corona je vorstellbar war. Besondere Aufmerksamkeit erhielt die aktuelle Situation, um das geplante Bauvorhaben des Besucherzentrums am Osthang. Dass hier zwangsläufig Einschnitte, Verdichtungen und Rodungen stattfinden sollten und sollen, würden dem Gesamtgefüge dieses "Tiny Forest" zwangsläufig massiv schaden. Obwohl klein - aber fein - mit einer ausgeprägten Vegetationsdichte und auch dokumentierten Sichtungen von relativ seltenen Vögeln wie Grauspecht, Waldbaumläufer und Sperber. Von denen war zwar heute keiner zu sehen oder zu hören war, dafür aber eine Reihe junger Leute, die das Revier "besetzt halten" aus Protest vor den geplanten Rodungsaktivitäten der Stadt. Hierzu konnten wir vom NABU die Sichtung eines "Lurchs" Ende Dezember in diesem Bereich als ein Bergmolch-Männchen bestimmen. Diese nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützten Tiere sind derzeit in Winterruhe. Eine Störung oder Schädigung durch Erdarbeiten oder Rodungen sind daher absolut zu vermeiden. Eine entsprechende Stellungnahme haben wir an die Umweltbehörden der Stadt gerichtet.
Weiter ging es zum, im frühen 19. Jahrhundert angelegten Platanenhain auf der Mathildenhöhe. Die derzeitige Gestaltung auch mit der Entfernung jeglichen Unterwuchses kann als Gegenstück zu einem intakten Wald gelten. Mit viel Aufwand wurde das Ensemble 2021-2023 saniert und dabei viele junge Platanen neu eingepflanzt. Als lebende CO2-Speicher haben diese Bäume einen wichtigen Wert. Und man sollte diesen Bereich eher als einen mit Bäumen gestalteten Kulturraum betrachten. Auch im Sommer ist es dort auffallend still, was die Anwesenheit von Vögeln betrifft.
Schließlich lenkten wir unsere Schritte auf die Rosenhöhe. Mit viel Geschick, Wissen und Feingefühl haben Grünflächenamt und der Freundeskreis Rosenhöhe hier kleine Paradiese geschaffen, die für Pflanzen, Tiere und Pilze vielerlei Lebensräume ermöglichen. Auf unserer Tour hierher begegneten uns Mäusebussard, Rabenkrähe, Ringeltaube, Schwanzmeise, Blau- Kohl- und Sumpfmeise, sowie Grünspecht, Zaunkönig, Gartenbaumläufer und Eichelhäher. Am Tor zum Oberfeld lösten wir unseren Spaziergang mit Dank an alle wackeren "Mitfrierer" auf.