Obstwiese für die nächste Saison vorbereitet

Auch NAJU-Gruppe Messel im Einsatz

Philipp, Moritz und Malte in Aktion
Philipp, Moritz und Malte in Aktion

Am Vortag hatten Hugo Schnur und Gerhard Schweigert noch einige wild gewachsene Kirschbäume auf der Obstwiese gefällt und entastet. Damit wird Platz geschaffen, um im nächsten Jahr weitere Hochstamm-Obstbäume pflanzen zu können. Hans Günter Abt sorgte für den jährlichen Schnitt der neuen Triebe aus alten Kirschbaumstümpfen und flach liegenden Wurzeln.

Für die NAJU-Aktiven der Messeler Gruppe blieb nur noch die leichte Aufgabe, die liegen gebliebenen Zweige auf die Benjes-Hecke zu schichten. Dies taten die "Rumpfgruppe" der drei Jungs mit viel Spaß.

Benjes-Hecke wird wieder erhöht
Benjes-Hecke wird wieder erhöht

An den Ästen konnten sie sich einige Male austoben, wollten diese sich doch nicht einfach zwischen den Pfosten aufschichten lassen. Schließlich hatten siean den Bäumen lange Zeit gehabt, ihre Zweige breit auseinander wachsen zu lassen. Nun mussten sie gezwungen werden, sich ordentlich auf der schmalen Hecke ablegen zu lassen. Mit Muskelkraft und Astscheren kamen Moritz, Philipp und Malte diesem Problem bei. So sah die von den Widdern kurzgefressene Wiese bald wieder richtig gepflegt aus.

Philipp bei der Durchsicht der Nistkästen
Philipp bei der Durchsicht der Nistkästen

Die Hauptaufgabe an diesem milden Novembertag war jedoch nicht der Ausbau der Benjes-Hecke, sondern die Säuberung der Nistkästen. Da kam Spannung auf, denn vor der Säuberung stehen natürlich die Entdeckungen. Wurde der Nistkasten überhaupt genutzt? Wenn ja, von wem? Ist vielleicht sogar noch ein Bewohner anwesend? Das konnten die NAJU-Aktiven schließlich nicht von außen erkennen, sondern erst beim Öffnen eines Kastens.

Also hieß es, freundlich anklopfen, bevor die Vorderwand geöffnet und herausgenommen wurde. Doch an diesem Tag flog kein Vogel aus und es sprang ihnen auch keine Maus entgegen, wie das gelegentlich schon vorkam. Dafür gab es andere Funde. Angeknabberte Nüsse und Samenvorräte deuteten darauf hin, dass es auch heute zu Begegnungen mit Mäusen hätte kommen können. Einige Nistkästen waren fast leer. Nur am Boden lag etwas Vogelkot. Also benutzten Vögel diese Kästen nicht für ihre Brut, sondern einzig zur Übernachtung oder als Unterschlupf bei allzu schlechtem Wetter.

Räuberleiter für Nesträuber?
Räuberleiter für Nesträuber?

Wenn der Nistkasten bis oben hin mit trockenen Gräsern und vielen Federn gefüllt war, so war das Sommerhaus einer Feldsperlingsfamilie entdeckt. Diese füllen auch hohe Nistkästen soweit mit Material, dass sie praktisch auf einer Ebene mit der Öffnung wohnen. Aber es gab auch traurige Entdeckungen. Gerade unter den Feldsperlingen gab es einige Totfunde. Also waren die Vögel während der Brut oder der Aufzucht ihrer Jungen ums Leben gekommen. Die Gründe dafür lassen sich schwer feststellen. Die Menge der toten, schon leicht skelettierten Vögel machte jedoch nachdenklich. Was kann diesen selten gewordenen Vögeln in freier Natur so sehr schaden? Manche von ihnen mussten bereits früh im Jahr ums Leben gekommen sein. Denn andere Vögel hatten ihr Nest direkt auf die toten Tiere gesetzt und diese als Teil der Polsterung benutzt.

In ihrem Übermut glaubten die jungen Helfer wohl, sie könnten sich dem Himmel so weit nähern, dass sie auch ohne Aufstiegshilfen nachsehen könnten, was sich in den Kästen abspielte. Doch die meisten Singvögel bevorzugen eine Anflughöhe, die über 2 m liegt. So war es in den meisten Fällen auch mittels Räuberleiter nicht mehr möglich, den Kasten zu öffnen und - mindestens genauso wichtig - wieder ordentich zu schließen. Denn im Winter werden die Kästen als Quartiere gegen Kälte und Schnee gebraucht, vor allem nachts.

Es war also doch einfacher und erfolgreicher, die mitgebrachte Leiter einzusetzen. So konnte auch Malte als der Jüngste im Trio bequem den Kasten für den Baumläufer erreichen und untersuchen.

Moritz notiert die Funde
Moritz notiert die Funde

Moritz führte genau Buch, welcher Inhalt in den verschiedenen Nistkästen gefunden wurde. In diesem Jahr war der Trauerschnäpper neuer Besucher der Obstwiese gewesen. Doch die größte Zahl der Bewohner schienen Feldsperlinge gewesen zu sein, wie an der fleißigen Auffüllarbeit zu erkennen war. Dank der Aufzeichnungen kann die NAJU im kommenden Jahr feststellen, wie sich die Nesterzahl und die Vogelarten verändern.

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Leitung: Friededore Abt-Voigt

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© Jennie Bödeker
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