Hilfe für Fledermäuse

Anrufe in der NABU-Geschäftsstelle wegen Fledermausfunden sind besonders im Sommerhalbjahr nicht selten. Die Ursachen für solche Funde können unterschiedlich sein: ein Tier ist verletzt, etwa durch eine Katze, ein Fledermausversteck wird unabsichtlich offengelegt, oder ein Tier ist entkräftet. Jeder mutige Finder kann in einem solchen Fall das Notwendige tun, um diese Fledermaus möglichst zu retten.

 

Aber Vorsicht: Ziehen Sie bissfeste Handschuhe an oder fassen Sie das Tier mit einem dicken, weichen Tuch und wickeln sie es ein.

Warum?

Vampire sind die kleinen Säuger wirklich nicht, aber auch kein Spielzeug, sondern Wildtiere. So beißen manche Arten gerne, um sich zu verteidigen. Infektionen durch Bisse sind nicht auszuschließen. Selten kommt bei Fledermäusen sogar der tückische Tollwutvirus vor. Wird man gebissen, muss man eine Entscheidung treffen: glauben, dass nichts passieren wird und das Risiko eingehen, oder aber sich umgehend impfen lassen. In der Region führt zum Beispiel die Flughafenklinik Tollwut-Impfung durch. Wir halten es mit der zweiten Option, denn wenn eine Fledermaus infiziert ist, kann ihr Biss für Menschen tödlich sein. Zeigt die Tollwut erst Symptome, ist es zu spät, noch heilend einzugreifen.

Fledermaus in geschützter Hand
Fledermaus in geschützter Hand

Entdecken Sie bei der Fledermaus Verletzungen wie Wunden oder Brüche ist es ratsam, einen Tierarzt aufzusuchen, der das Wildtier kostenlos behandelt. Oder holen Sie sich  telefonisch Rat bei einem Fledermausspezialisten. Auch bei flugunfähigen Jungtieren sollten Sie sich an Experten wenden.

 

Überregionale NABU-Hotline für Fragen zu Fledermäusen: 030-284984-5000

 

Bringen Sie das Tier in einem Behälter unter, in den Luft hinein, das kleine Tier aber nicht hinauskommt.  Sie können dazu eine Pappschachtel mit Löchern versehen. Der Deckel sollte fest schließen oder mit einem Band oder Gummi gesichert werden. Dort hinein legen Sie weiches geknülltes Papier oder ein weiches Stofftuch, worin sich die Fledermaus verstecken kann. Der Behälter soll im Winter kühl, aber nicht eiskalt, im Sommer bei Zimmertemperatur abgestellt werden. Wenn sich die Fledermaus nur wenig bewegt, lassen Sie ihr Zeit, sich aufzuwärmen. Jungtiere brauchen immer etwas wärmere Temperaturen.

Durst und Hunger machen auch Stress
Durst und Hunger machen auch Stress

Fledermäuse trocknen schnell aus und sollten deshalb bald Trinken. Mit einer Pipette können Sie Leitungswasser seitlich ans Maul bringen, damit es nicht in die Nasenlöcher gerät. Notfalls reicht es auch, den kleinen Finger in Wasser zu tauchen und die ablaufenden Tropfen an diese Stelle zu halten. Bei Jungtieren sollte die Flüssigkeit körperwarm sein.

Als Futter bieten sich lebende oder frisch zerdrückte Mehlwürmer an, die Sie in der Zoohandlung erhalten. Fledermäuse ernähren sich nur von Insekten. Am besten fressen die Tiere, wenn man das Futter mit einer Pinzette an das Maul hält.

Angebot zum Trinken
Angebot zum Trinken

Ausgewachsene Tiere ohne Verletzung können bald wieder fliegen. Sie tun dies in der Natur aber nur wenn auch Insekten fliegen, d.h. bei milden Temperaturen, Trockenheit und nur mäßigem Wind. Andernfalls behalten Sie das Tier noch eine Zeit lang bei sich. Zum Abflug benötigen Fledermäuse eine Stelle, an der sie sich etwas fallen lassen können. Öffnen Sie deshalb die Schachtel in einer erhöhten Position und warten Sie, bis das Tier die Initiative ergreift. Der Abflug sollte frei von Hinternissen sein.

Kurz vor dem Abflug aus einem Quartier
Kurz vor dem Abflug aus einem Quartier

Es ist nach dem Naturschutzgesetz nicht erlaubt, die Tiere länger als nötig im Haus zu behalten. Auch tote Tiere können für Fledermausexperten von Interesse sein. Sie können Hinweise auf bisher nicht bekannte Quartiere geben. Daher bitten wir Sie, solche Funde zu melden: info@naturkunde-institut-langstadt.de.

DIE NÄCHSTEN TERMINE

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In den Monaten Juni und Juli finden keine öffentlichen Veranstaltungen und

Exkursionen statt.

 

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