Bundesweites Wildkatzen-Projekt

Leider müssen wir noch warten

Nach telefonischer Auskunft von Susanne Schneider vom Wildkatzen-Projekt müssen wir uns in der Region noch gedulden. Keine der eingesammelten Haarproben ließ sich einer Wildkatze zuordnen. Das Messeler Hügelland ist somit noch nachweisfrei, auch wenn immer wieder Anrufer die Vermutung äußern, sie hätten vielleicht eine Wildkatze gesehen. Die bisher veröffentlichten Ergebnisse des Projekts finden Sie hier: Wildkatzen-Projekt

Messeler Hügelland einbezogen

Am 19. November 2014 berichtete Susanne Schneider über das bundesweite Wildkatzen-Projekt und die Ergebnisse im Messeler Hügelland. Die ausgebildete Wildökologin arbeitet als Hauptamtliche in dem Projekt mit. Ihr Vortrag vermittelte Informationen über die Spezies und ihre typischen Lebensräume sowie über das Projekt.

Da es viele Meldungen von Bürgern gibt, die vermuten, eine Wildkatze gesehen zu haben, ist eine Unterscheidung von den Hauskatzen wichtig. Susanne Schneider weckte keine Illusionen: Im Freien ist eine sichere Unterscheidung kaum möglich. Obwohl die Wildkatze keine nahe Verwandte der Hauskatzen ist, sondern vermutlich von der afrikanischen Falbkatze abstammt, gibt es äußere Ähnlichkeiten. Tatsächlich können sich beide Unterarten auch verpaaren.

Zunächst zu den äußeren Kennzeichen: Der auffällig buschige Schwanz ist etwas kürzer, weist wenige schwarze Ringe auf, die nicht miteinander verbunden sind. Die Fellmusterung wirkt eher verwaschen. Auf dem Kopf zeigen sich vier Streifen. Die meisten Wildkatzen weisen einen hellen Nasenspiegel und einen weißen Kehlfleck auf. Da man aber nie eine Wildkatze genau neben einer grau oder bräunlich getigerten Hauskatze beobachten wird, fehlt uns die Erfahrung, dies bei einer flüchtigen Beobachtung so genau zu unterscheiden. Dass die Wildkatze einen deutlich kürzeren Darm als die Hauskatze besitzt, dürfte nur wenigen eine Hilfe sein.

Die Nahrung der Wildkatze besteht zu etwa 90 % aus Mäusen, von dene sie bis zu 12 Exemplaren pro Tag verzehrt. Auch Eidechsen und Singvögel kommen in Frage.

Wie ihre Lieblingsspeise so ist auch die Wildkatze vorwiegend dämmerungsaktiv. Tagsüber schläft sie gerne an warmen, sonnenbeschienenen Plätzen, an denen wenig Störungen auftreten.

Zwischen Januar und März findet die Paarung zwischen Katze und Kuder, so der männliche Partner, statt. Anschließend leben die männlichen Tiere wieder als Einzelgänger, die Weibchen nach der Geburt mit ihren Jungen, die sie möglichst lange versteckt halten, z.B. im Totholz oder Erdlöchern.

Es gibt also genügend Faktoren in ihrer Lebensweise, welche die Wildkatze für uns weitgehend unsichtbar macht.

Natürlicher Hauptfeind der erwachsenen Wildkatze ist der Luchs, die größte Katze in den heimischen Wäldern. Er kann ihr problemlos auch auf Bäume folgen. Für die Jungen sind weitere Räuber gefährlich, wie Marder, Eulen und Tag-Greifvögel. Die Aufzucht des Nachwuchses ist für die Wildkatze daher eine anspruchsvolle Aufgabe.

Doch eine große Gefahr geht vom Straßenverkehr aus, der die wandernden Tiere wie auch Luchse, Fischotter und Wölfe dauerhaft gefährdet.

Die Wildkatze bevorzugt Lebensräume, die ihr sowohl ausreichend Nahrung als auch Deckung bieten. Günstig sind daher Wälder mit Unterbewuchs, Waldränder mit Büschen und sich anschließenden Wiesen. Davon gibt es in Deutschland zwar noch einige. Aber das Hauptproblem ist die Isolierung der Wildkatzenbestände voneinander. Es fehlen häufig bewachsene Korridore zwischen verschiedenen Lebensräumen, da große offene Flächen von Wildkatzen gemieden werden. Hessen hat eine wichtige Funktion als Bindeglied zwischen mitteldeutschen und südwestdeutschen genetischen Gruppen. Bei geschätzten 5.000 bis 7.000 Wildkatzen in Deutschland besteht die Gefahr der genetischen Isolierung und Inzucht. Das wichtigste Ziel ist daher die Wiedervernetzung der bekannten Lebensräume. Dazu sind Korridorpflanzungen erforderlich, die mindestens 50 m Breite aufweisen sollten. Seit 2007 befindet sich das Projekt "Wildkatzensprung" in der Umsetzung, die aufwändig ist, vor allem, wenn Verkehrsinfrastruktur und große Flüsse die Gebietsgrenzen bilden.

Die Suche nach Wildkatzen und ihrer genetischen Verwandtschaft ist daher Teil dieser Vernetzungsstrategie.

 

Zu den Ergebnissen der Suche im Messeler Hügelland ...

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