Vögel in Not?

Die Natur verstehen und nicht voreilig handeln !

In den Frühjahrs- und Sommermonaten gehen viele Anfragen beim NABU ein, die mit Jungvögeln zu tun haben. Ein häufiger Tenor: "Da sitzt ein Vögelchen, das noch nicht fliegen kann, und piepst ganz laut. Was soll ich mit ihm machen?"

 

Nicht jedes Verhalten junger Vögel, das unsere Hilfebereitschaft weckt, signalisiert eine Notsituation. Viele Vögel verlassen ihr Nest, bevor sie flügge sind. Natürlich rufen sie dann lautstark nach ihren Eltern, die sie noch weiter füttern müssen. Also ist es richtig, die Situation insgesamt zu betrachten. 

In der Nachbarschaft von Katzen oder gar Autos wird es kritisch. Da bedeutet Hilfe, die Bedrohung aus der Welt zu schaffen, die Katze einzusperren oder wegzujagen, das Vogelküken von der Straße zu nehmen und vor oder in die Hecke zu setzen. Es ist übrigens ein Gerücht, dass von Menschen berührte Jungvögel von ihren Eltern nicht mehr gefüttert würden. Schlimm wird es nur, wenn es vom Fundort entfernt wird und die Eltern die Suche und die Fütterung deshalb aufgeben.

 

Es gibt auch Gründe, warum erwachsene Vögel Hilfe brauchen. Das fängt mit Verletzungen an und hört in harten Wintern bei fehlender Nahrung auf.

 

Jennie Bödeker hat eine Übersicht erstellt, die bei der Einschätzung helfen soll, ob ein Vogel in Not ist. Wenn dies zutrifft, sind die ersten Maßnahmen aufgeführt. Sie finden die Anleitung zum Ausdrucken unter dem Bild.  

Download
Erstversorgung mit Notfutter
Vögel in Not 2.pdf
Adobe Acrobat Dokument 3.5 MB

Vogelpflegestation in Darmstadt

In Darmstadt gibt es eine seriöse Pflegestation für Vögel als Projekt des Tierheims Darmstadt unter dem Namen "Die Feder". Sie nimmt im Rahmen der personellen und räumlichen Möglichkeiten Vögel zur vorübergehenden Pflege auf. Die Vogelpflege erfolgt ehrenamtlich und erreicht von Mai bis Juli oft ihre Grenzen. Daher sollte - wie oben beschrieben - ernsthaft geprüft werden, ob die Entnahme eines Vogels aus der Natur und die Übergabe an die Pflegestation tatsächlich erforderlich ist.

 

Erreichbar ist die Vogelpflegestation von Lisa Stallzus 

zwischen 8:00 und 18:00 Uhr unter Telefon 0160 97059708.

 

Besonderheiten bei Mauerseglern

Im Haus aufgefundener Mauersegler
Im Haus aufgefundener Mauersegler

Für Mauersegler gibt es eine spezielle Einrichtung in Frankfurt am Main, die Mauersegler-Klinik. Zur Pflege können aufgefundene Tiere dorthin gebracht werden. Jedoch ist die Einrichtung in der Brutsaison oft durch Seglerfunde überlastet. Fragen Sie dann in der Darmstädter Vogelpflegestation nach.

 

In jedem Fall sollten Finder sich über mögliche Fehler und die richtige Fütterung bei der Deutschen Gesellschaft für Mauersegler informieren: ernste Fehler bei Mauerseglerfunden!

 

Maßnahmen beim Fund von Greifvögeln und Eulen

Geschwächte Waldohreule
Geschwächte Waldohreule

Beim Aufnehmen von Greifvögeln und Eulen ist zu beachten, dass diese möglichst geringem Stress ausgesetzt werden und die Finder nicht verletzen können. Greifvögel und Eulen nutzen vor allem ihre Krallen zur Verteidigung, können aber auch mit dem Schnabel kneifen. Am besten wickelt man sie in ein Stoffteil ein, das man entbehren kann, und packt sie für den Transport in eine Kiste mit Luftlöchern. Dort beruhigen sie sich rasch. Handschuhe sind ein zusätzlicher Schutz.

Vorsicht bei Störchen und Reihern

Graureiher nach einem Unfall in der Kläranlage
Graureiher nach einem Unfall in der Kläranlage

Diese langschnäbeligen Vögel verteidigen sich gegen Feinde mithilfe ihres Schnabels. Sie zielen gerne auf die Augen, weshalb der Schnabel besondere Aufmerksamkeit verlangt. Am sichersten ist es, diesen so zu fixieren, dass der Vogel ihn nicht zum Stoßen benutzen kann. Oft ist deshalb eine zweite helfende Person erforderlich. Der Beruhigung dient auch ein Tuch, das über den Vogel gedeckt wird, damit er seine Umgebung nicht mehr sehen kann.