Waldkauz - Vogel des Jahres 2017

Herausgehobener Vertreter der Bewohner von Baumhöhlen

Als Vogel des Jahres 2017 steht der Waldkauz nicht nur für viele Eulenarten, sondern auch für die Schwierigkeit anderer Baumhöhlen bewohnender Waldvögel. Ausgehöhlte Bäume können bis zu ihrem endgültigen Absterben wichtige Unterkünfte sein. Am Beispiel eines Eulenbaums im Messeler Wald ist dies gut zu erkennen. Auf hohen Bäumen können fast waagerecht abgehende Äste einen Sitzplatz bilden, auf dem der Kauz nah am Stamm seine Ruheposition einnimmt. Dort ist er nur schwer zu erkennen, wenn man nicht genau auf ihn schaut.

Waldkäuze hört man in der Nacht gelegentlich rufen. So war es beispielsweise bei einigen (dem NABU offiziell erlaubten!) nächtlichen Gängen über den Waldfriedhof im Rahmen des 100-Jahre-Jubiläums, aber auch bei einer Exkursion im Rahmen des Umweltdiploms, als den Kindern ein Waldkauzpärchen seine wechselseitigen Rufe präsentierte. Am Ortsrand von Messel sind nächtliche Rufe keine Seltenheit, Sichtungen hingegen schon.

 

Mehr Informationen zum Waldkauz beim NABU Bundesverband!

Junger Waldkauz, noch nicht flügge

 

Dieses Foto wurde uns von Andrea Herrmann-Arians und Britta Gerold vom Waldprojekt der Erich-Kästner-Schule in Kranichstein zur Verfügung gestellt. Die Kinder entdeckten den jungen Waldkauz selbst.

Weitere Eulen in Darmstadt und Umgebung

Es ist nicht einfach, die Existenz der verschiedenen Eulenarten in einer Region festzustellen. Die heimischen Eulenarten sind tagsüber nur selten zu sehen. In der Dämmerung kann man sie leicht mit anderen Vögeln verwechseln, wenn sie nur rasch an einem vorüberfliegen. Am besten erkennt man sie, wenn sie ruhig irgendwo in ihrem Revier sichtbar sitzen oder wenn sie - vor allem nachts - rufen. Wir zeigen Ihnen hier einige weitere Eulenarten, von denen wir wissen, dass sie in der Stadt und dem sie umgebenden Wald bzw. den Wiesen vorkommen.

Die Hauptnahrung der kleineren Eulen besteht aus Mäusen. Aber auch Singvögel und kleinere Eulenarten werden nicht verschmäht.

Waldohreule - manchmal auch in Orten zu sehen

Die Waldohreule kommt gelegentlich auch in die Ortschaften, besonders im Winter. Dort kann sie als Trupp auftreten. Auch in Messel ist dies derzeit wieder der Fall. 2015/16 war eine erwachsene Waldohreule mit zwei Jungen zu Gast. Auch an anderen Orten findet man diese Eulenart leichter in der Nähe von Menschen, beispielsweise auf Schlafbäumen, auf einem Friedhof oder auf den Bäumen einer Schwimmbadwiese im Urlaub.

Immer wieder werden Waldohreulen aufgefunden, die geschwächt sind, besonders bei verharschtem Schnee, was bei uns nur in harten Wintern vorkommt oder weil sie sich verflogen haben. Wenn sie sachkundig gefüttert werden, lassen sie sich rasch wieder in Freiheit bringen. Wichtig ist dabei, dass man sich vor ihrem Fang- und Tötungswerkzeug schützt, nämlich vor den scharfen und starken Krallen.

Uhu - zurückgekehrter größter Eulenvogel

Wie ein fliegendes Bügelbrett wirkt der Uhu, wenn diese größte einheimische Eule im Dunkeln über einen hinweg fliegt. Das ist aber ein seltenes Erlebnis. Nur wenige Brutplätze sind so gut einsehbar wie der gezeigte, weswegen wir ihn anonym bleiben lassen. Die direkten Blicke zeigen die Verunsicherung über jeden Beobachter. Er bevorzugt ruhige, normalerweise schwer zugängliche Gebiete für seine Brut. Mit Sicherheit kommt der Uhu in der Region mehrfach vor. Davon zeugen Gewöllefunde in der Gemarkung Messel. Aber selbst in der City wurde uns schon ein Totfund zugestellt. Das beweist, dass der Uhu wegen seiner Heimlichkeit den meisten Menschen verborgen bleibt. Ob dies ein Erfolg der 1982 begonnen Auswilderung aus dem Vivarium ist, wissen wir nicht.

Als Jäger ist der Uhu auch für die anderen Eulenarten eine Gefahr. Gerne jagt er Krähen und Igel, aber auch Säugetiere bis zur Größe eines Feldhasen.

Steinkauz - wie alte Obstwiesen immer seltener zu sehen

Noch kein Bild

Die anderen Eulenarten sind besonders für den Steinkauz ein Risiko, da er ebenfalls die Dämmerung und Dunkelheit für die Jagd nach Mäusen vorzieht. In Waldnähe hat er es schwer zu überleben. Sein Wohngebiet sind Streuobstwiesen mit alten Obstbäumen, in denen Wohnhöhlen entstanden sind. Wegen des Rückgangs der Streuobstwiesen und insbesondere der Obstbäume mit Hochstamm geht auch diese Eulenart zurück. In strengen Wintern mit tief verschneiten Wiesen und Äckern gehört auch der Steinkauz zu den besonders gefährdeten Arten.

Schleiereule - in der Region derzeit vermisst

Die Schleiereule scheint aktuell die größte Verliererin unter den Eulen der Region zu sein. Ihre Quartiere in Scheunen mit Mäusebesatz sind nur noch in geringem Umfang vorhanden. Manchmal werden Ersatzquartiere angenommen, so im Jahr 2000 der ehemalige HEAG-Turm des NABU in Messel. Doch nach dem Ausflug von vier jungen Schleiereulen gab es dort keinen einzigen Brutversuch mehr. An der Meldung von Schleiereulenvorkommen in Darmstadt ist der NABU-Vorstand daher besonders interessiert, um an ihrem Schutz mitzuwirken. Von einer erfolgreichen Erholung des Bestandes, wie man 2013 noch seitens des Vivarium sprach, ist derzeit nichts zu sehen.

Eule im Urlaubsgebiet ?

Sumpfohreule - ein Flieger am Tag

In einigen Regionen Deutschlands kann Ihnen auch diese tagsüber fliegende Eulenart begegnen. Von der Größe her etwa der Waldohreule ähnlich ist die Sumpfohreule. Sie wird zum Beispiel häufiger auf einigen friesischen Inseln gesehen und auch im Küstengebiet. Die Sumpfohreule brütet gerne in den Dünen. Beobachtungen an anderen Orten in Deutschland sind selten.

DIE NÄCHSTEN TERMINE

Mehr dazu unter Aktuelles!

12. August 2017

Fledermäuse in Ober-Ramstadt.

Exkursion mit Yvonne Lücke.

 

26. August 2017

Umweltinformationsbörse der Stadt Darmstadt.

NABU-Informationsstand.

 

Waldkauz IST VOGEL DES JAHRES 2017

Naturschutzjugend

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene machen "action for nature" Mehr

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